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Hautkrebs – Ratgeber zum malignen Melanom

Hautkrebs – Ratgeber zum malignen Melanom
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Das Melanom (auch schwarzer Hautkrebs genannt) ist ein bösartiger Tumor, der von den pigmentbildenden Zellen der Haut, den Melanozyten, ausgeht.

In Österreich treten pro Jahr rund 10-15 neue Melanome pro 100.000 Einwohner auf, wobei die Häufigkeit in den letzten Jahrzehnten stark zugenommen hat. In Ländern mit stärkerer Sonneneinstrahlung, wie etwa Australien, tritt das Melanom der Haut wesentlich häufiger auf als bei uns (bis zu 40 neue Melanome jährlich pro 100.000 Einwohner).


Pathogenese: Wie entsteht das Melanom?

Die Ursachen für die Entstehung sind derzeit noch nicht genau bekannt. Diskutiert werden zum einen Umwelt-Faktoren, wobei hier in erster Linie die UV-Bestrahlung zu nennen ist, zum anderen genetische Faktoren, die in manchen Fällen die Entstehung eines Melanoms begünstigen können. Als Risikogruppen gelten Personen mit heller Hautfarbe, Personen mit vielen Muttermalen und direkte Verwandte von Patienten mit Melanomen.

Das Melanom kann prinzipiell an jeder Stelle der Haut auftreten, bevorzugt tritt es jedoch an Körperstellen mit höherer UV-Belastung auf. Hier dürfte vor allem die starke, akute UV-Bestrahlung, die zum Sonnenbrand führt, ausschlaggebend sein. So ist das Melanom bei Männern häufiger am Rücken lokalisiert, während es bei Frauen öfter am Unterschenkel auftritt.

Melanom am Rücken eines 60-Jährigen
Nahaufnahme des Melanoms:
Anhand der ABCD-Regel kann hier die Diagnose relativ einfach gestellt werden. Das Melanom ist asymmetrisch, es ist irregulär begrenzt, es ist vielfarbig (gescheckt) und es ist größer als sechs Millimeter im Durchmesser.
Die Auflichtmikroskopie ermöglicht eine Betrachtung tieferer Hautschichten, als es mit dem freien Auge allein möglich wäre.Das kleine Insert-Bild links unten zeigt ein Melanom mit dem freien Auge betrachtet, das große Bild zeigt dasselbe Melanom auflichtmikroskopisch betrachtet. Dabei finden sich zusätzliche Details, die dem geübten Untersucher die Diagnose erleichtern.


Welche Symptome treten auf?

Das Melanom der Haut beginnt in der Regel als pigmentierter Fleck, der mit der Zeit erhaben wird und knotig werden kann. Im Unterschied zum gutartigen Muttermal (Nävus) ist das Melanom in der Regel asymmetrisch, irregulär begrenzt, vielfarbig (gescheckt) und größer als sechs Millimeter im Durchmesser. Diese Unterschiede zwischen gutartigem Muttermal (Nävus) und Melanom finden in der sogenannten ABCD-Regel ihren Niederschlag (Asymmetrie, Begrenzung, Color/Farbe, Diameter/Durchmesser).

Es muss darauf hingewiesen werden, dass die ABCD-Regel nur eine Daumenregel darstellt, die besonders in der frühen Wachstumsphase des Melanoms nicht immer zutreffen muss. Zusätzlich sollte jede Veränderung eines Muttermals, auch wenn dieses schon lange besteht, Anlass dazu geben, einen Hautarzt aufzusuchen.

Leider führt das Melanom der Haut in der Regel zu keinen anderen Symptomen und bleibt aus diesem Grund mitunter längere Zeit unbemerkt. Gelegentlich kann Juckreiz auftreten, bei größeren, knotigen Tumoren kann es zu spontanen Blutungen kommen.


Wie stellt der Arzt die Diagnose?

Neben der klinischen Untersuchung mit dem freien Auge, steht dem erfahrenen Hautarzt (Dermatologen) die auflichtmikroskopische Untersuchung zur Verfügung. Die Auflichtmikroskopie ist eine schmerzlose, nicht-invasive Untersuchung, die direkt am Patienten durchgeführt werden kann, ohne dass Gewebe entnommen werden muss. Sie hilft bei der Unterscheidung zwischen Melanom und gutartigem Muttermal und kann die Frühdiagnose des Melanoms verbessern.

Ist der klinische oder der auflichtmikroskopische Befund verdächtig in Hinblick auf das Vorliegen eines Melanoms, so wird der betreffende Herd chirurgisch entfernt und das entnommene Gewebe histologisch untersucht. Die eigentliche Diagnose wird ausschließlich histologisch gestellt.

Die Prognose hängt wesentlich von der histologisch gemessenen Eindringtiefe des Melanoms ab, die in Millimeter angegeben und als Eindringtiefe nach Breslow bezeichnet wird. Eine Eindringtiefe unter einem Millimeter bedeutet in der Regel eine sehr gute Prognose.


Was kann man zur Vorsorge tun?

Da UV-Bestrahlung den wichtigsten gesicherten Risikofaktor darstellt, besteht die wesentliche Aufgabe einer primären Prävention in der Verhinderung von akuten Sonnenbränden, besonders bei Kindern und Jugendlichen.

Personen, die einer Risikogruppe angehören (heller Hauttyp, viele Muttermale, Melanom innerhalb der Familie), sollten sich zumindest einmal jährlich von einem Hautarzt untersuchen lassen und sich auch einmal monatlich selbst untersuchen.

Für Personen mit vielen Muttermalen steht die digitale Auflichtmikroskopie zur Verfügung. Hier werden die auflichtmikroskopischen Bilder der Muttermale digital gespeichert und beim Folgebesuch mit den neuen Bildern verglichen, so dass Änderungen so früh wie möglich erkannt werden können.

Link zum Patientenratgeber Hautkrebs der deutschen Krebshilfe

Hautkrebs

Autor: Univ.-Prof. Dr. Harald Kittler, Universitätsklinik für Dermatologie, Medizinische Universität WienRedaktionelle Überarbeitung: Mag. (FH) Silvia Hecher, MScStand der Information: März 2011

Originalartikel: http://www.netdoktor.at/krankheiten/fakta/hautkrebs_melanom.htm

 

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