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Sexualität bei Prostatakrebs

Sexualität bei Prostatakrebs
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Den Prostatakrebs erfolgreich zu behandeln und dabei ein gesundes Sexualleben zu erhalten ist vielen betroffenen Menschen wichtig.

Autor: OA Dr. David Kuczer

Während die Prognose von Prostatakrebs sich dank der medizinischen Fortschritte der letzten Jahrzehnte deutlich verbessert hat, ist der Erhalt der Lebensqualität – sprich Sexualität- weiterhin problematisch.

Zu den bewährten Behandlungsmethoden bei Prostatakrebs zählen Operation, Bestrahlung und der Entzug männlicher Hormone wie Testosteron (genannt „Hormontherapie“)

Bei der klassischen Operation wird die Prostata inklusive Samenblasen (erzeugen die Samenflüssigkeit) entfernt. Dabei werden auch die der Prostata anliegenden Nervenstränge, die die Erektion steuern, durchtrennt. Die Folge ist eine Erektionsstörung (erektile Dysfunktion), auch Impotenz genannt, bei etwa 100% aller Patienten. Zusätzlich berichten etwa 19% der operierten Patienten in den Folgejahren von einer Verkürzung des Penis.

Als Reaktion darauf wurde die nervenschonende Operation für Patienten mit Prostatakrebs im Frühstadium entwickelt. Hierbei wird z.B. mit Hilfe eines OP -Roboters und einer starken Lupe versucht einen Nerv bei der Entfernung der Prostata zu schonen und damit die Sexualität zu erhalten. Das gelingt bei etwa 50% der Patienten.

Erkauft wir die nervenschonende Operation mit einem erhöhtem Risiko, dass Tumorzellen am erhaltenen Nerv haften bleiben und sich binnen weniger Jahre ein Krebsrezidiv bildet.

Da bei der Operation der Prostata auch die Samenblasen mit entfernt werden und damit der Ort an dem die Samenflüssigkeit produziert wird, reduziert sich selbst bei Erhalt der Erektionsfähigkeit die Menge des Ejakulates. Man spricht von einem trockenen Orgasmus.

Durch die Hormontherapie wird dem Körper das männliche Geschlechtshormon Testosteron entzogen, das die meisten Krebszellen der Prostata zum Wachstum anregt. Zu den Nebenwirkungen dabei zählt der Verlust der Erektionsfähigkeit (erektile Dysfunktion) und des sexuellen Verlangens (Libido). Aber auch Hitzewallungen, Depression und Osteoporose sind gängige unerwünschte Wirkungen. Die Hormontherapie kann keine Tumorheilung bewirken. Sie wird zur Verstärkung der Wirkung der Haupttherapien wie Operation oder Bestrahlung bei aggressivem Prostatakrebs angewandt oder wenn der Krebs gestreut hat bzw. der Patient bereits so gebrechlich ist, dass eine Operation oder Bestrahlung nicht mehr zumutbar wäre.

Die Bestrahlung bei Prostatakrebs hat in den letzten Jahren große Fortschritte gemacht. Durch neue Methoden wie IMRT/VMAT und die Hilfe implantierter Goldmarker konnte die Behandlung den Heilerfolg der Operation teilweise übertreffen (siehe Grimm – Studie mit 52.000 Patienten) und ist dabei in Bezug auf die Schonung der Sexualität und der Harnkontinenz deutlich überlegen. So blieb nach alleiniger Bestrahlung bei etwa 2/3 der Patienten die Sexualität erhalten, obwohl die Patienten durchschnittlich 10 Jahre älter (ca. 70 Jahre) waren als bei der Operation. Schätzungen zufolge könnte durch alleinige moderne Bestrahlungsmethoden bei ca. 80-85% der jüngeren Patienten ein Erhalt der Sexualität ermöglicht werden.

Zu den modernsten Bestrahlungsmethoden zählt die Protonentherapie.  In einer 2014 veröffentlichten Studie erzielte diese eine Tumorkontrolle von bis zu 99% und wurde von 98,5% der Patienten gut vertragen. In einer weiteren Studie berichteten 2 Jahre nach der Behandlung 94% der Patienten weiterhin sexuell aktiv zu sein.

Anzumerken wäre noch, dass Prostatakrebs durch sexuelle Aktivität nicht übertragen werden kann.

Und auch selbst nach Verlust der Erektionsfähigkeit bleiben die meisten Partnerschaften durch aufrechterhalten der liebevollen Zuwendung stabil.

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